14.04.2018

Nein zu Rechtspopulismus und Rassismus - Stellungnahme Kolpingwerk Land Oldenburg

Stellungnahme Kolpingwerk Land Oldenburg

Gegen Rechtspopulismus und Rassismus klar Stellung beziehen Kolpingwerk Land Oldenburg distanziert sich

Rechtsradikalismus und Fremdenhass treten in unserer Gesellschaft immer häufiger auf und scheinen in Teilen wieder gesellschaftsfähig zu werden. Quer durch Europa blühen Parteien auf, die als gemeinsamen Nenner neben regionalen Besonderheiten, als Antwort auf Wirtschaftskrise und Flüchtlingsandrang, den Rückzug ins nationale Idyll propagieren. Gegen diese Tendenzen und gesellschaftlichen Strömungen, die oftmals einhergehen mit einem stärker werdenden Rechtspopulismus sowie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bezieht das Kolpingwerk Land Oldenburg eindeutig Position. Zugleich unterstreicht es die Notwendigkeit, derartigen Entwicklungen als Gesellschaft entschieden entgegen zu treten.

Das politische Erstarken von Rechtspopulisten drückt sich auch durch den Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag aus. In unserer Gesellschaft gibt es nicht wenige, die ein Gefühl des sozialen, politischen und kulturellen Abgehängtseins haben. Die damit verbundenen Sorgen und Nöte sind zu lange verkannt und von den sogenannten etablierten Parteien nicht ernstgenommen bzw. zumindest unterschätzt worden. Hier sehen wir die demokratisch anerkannten Parteien in der Pflicht, sich wieder stärker den Sorgen und Nöten der Menschen zuzuwenden. Denn einhergehende Wut und Verzweiflung kanalisieren sich nicht selten in Fremdenfeindlichkeit und in einem immer lauter werdenden Protest gegen das politische Establishment.

Mit unserem christlichen Selbstverständnis ist ein politisches Handeln, das Fremdenfeindlichkeit und Ängste gegen Überfremdung schürt, einseitige nationale Interessen und ein nationalistisches Kulturverständnis betont, sowie andere Religionsgemeinschaften und Denkmäler für Holocaustopfer verunglimpft, nicht vereinbar. Situationen und Äußerungen dieser Art erinnern fatal an die Zeit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. „Wohin das unser Land geführt hat, wissen wir aus unserer Geschichte“, so das Kolpingwerk in seiner Stellungnahme. „Diesen Anfängen gilt es, entschieden entgegen zu treten.“

Mit dem christlichen Glauben ist rechtes Gedankengut nicht in Einklang zu bringen. Mit Sorge beobachtet das Kolpingwerk, dass solche populistische Positionen sogar vereinzelt Widerhall in unseren Kirchengemeinden finden. „Manche Christen sehen in rechtspopulistischen Kräften Verbündete beim Einsatz für den Lebensschutz, in ihrem Eintreten für ein Familienbild mit klaren Geschlechterrollen und in ihrer Ablehnung der Pluralität von moralischen Überzeugungen und von Lebensweisen. Dabei übersehen sie, dass der Preis für diese Allianz die Preisgabe der christlichen Überzeugung von Nächstenliebe, Solidarität und der gleichen Würde aller Menschen als Geschöpfe Gottes ist.“ (Berliner Aufruf des ZdK, Mai 2017)

Das Kolpingwerk Land Oldenburg hält eine Mitarbeit z. B. in der AfD, die von aggressiven Provokationen und Parolen lebt, mit einem Engagement innerhalb kirchlicher Institutionen für unvereinbar. Wir warnen davor, durch falsch verstandene Rücksichtnahme eine Partei, die für Rassismus, Nationalismus und Hetze steht, salonfähig zu machen. Ein christliches Engagement ist damit nicht vereinbar. „Der kritische Dialog und eine inhaltliche Auseinandersetzung ist wichtig, doch die Kirche und somit auch das Kolpingwerk als katholischer Sozialverband müsse auch klare Kante zeigen! Jeder einzelne sollte nicht wegschauen, sondern, wenn nötig, sich einmischen!“, so Thorsten Siefert, Kolping Fachausschussvorsitzender `Arbeit und Gesellschaft sozial gestalten´.
Verabschiedet auf der Delegiertenversammlung in Dinklage, 10. März 2018

 
 

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