13.11.2017

Oldenburger Gespräche: Endlich Sonntag!? Sonntags gehört Papa ( nicht mehr ) mir?!?

Am Sonntag, den 05.11.2017 hatte der Fachausschuss „ Arbeit und Gesellschaft sozial gestalten „ des Kolpingwerkes Land Oldenburg zu den Oldenburger Gesprächen ins Pfarrheim in Molbergen eingeladen. Diskussionsthema der Gespräche war die Ausweitung der Ladungsöffnungszeiten an den Sonntagen.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Fachausschusses Thorsten Siefert, übernahm Frau Gisela Koopmann, die Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken im Oldenburger Land, die Tagesleitung.
Diese stellte zunächst die Podiumsgäste vor und bat diese um ein kurzes Statement zum Diskussionsthema.
Arne Brix, Gewerkschaftssekretär von Verdi, appellierte daran, den Sonntag im Sinne von Familienfreundlichkeit als arbeitsfreien Tag zu erhalten.
Heinz-Josef Schröder, der 1. Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft Cloppenburg e.V., verteidigte die Ausweitung der Ladungsöffnungszeiten damit, dass der Einzelhandel ansonsten keine Überlebenschance gegenüber dem Onlinehandel habe.
Stefan Cibis, der Vizepräsident der Handwerkskammer Oldenburg, unterstrich seine Auffassung hierzu mit der Aussage: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Dr. Dirk Habe, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, erläuterte die rechtlichen
Aspekte und wies insbesondere darauf hin, dass der Sonntagsschutz schon in unserer Verfassung, im Grundgesetz, verankert sei, wo es heißt: . Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.
Deutlich wurde, dass nach der Auffassung von Verdi und einer Vielzahl der Anwesenden eine Ausweitung der Ladungsöffnungszeiten lediglich zu einer Umsatzverlagerung führe und nicht zu einer Umsatzsteigerung und zudem der Onlinehandel auf die Idee gebracht werden könnte, dass diese dann ihre verkauften Waren auch Sonntags ausliefern dürfen, um eine Chancengleichheit mit dem Einzelhandel zu gewährleisten, wo der Verbraucher die Waren ja auch Sonntags mitnehme.

Dem Argument der Umsatzverlagerung stimmte Heinz-Josef Schröder zwar zu, warb aber um Verständnis, dass der Einzelhandel gegenüber dem Onlinehandel, wo man 24 Stunden an 7 Tagen seine Einkäufe machen könne und wo der Sonntag Nachmittag statistisch der mit Abstand umsatzreichste Tag sei, überhaupt keine Überlebenschance mehr habe und die Schließung von immer mehr Einzelhandelsgeschäften und eine damit verbundene Arbeitslosigkeit der Arbeitnehmer des Einzelhandels auch nicht im Interesse der Gesellschaft liegen dürften.

Die anschließende Diskussion mit den ca. 50 Teilnehmern machte deutlich, dass es
Die Mehrheit der Anwesenden eine Ausweitung ablehnte, aber auch, dass es sowohl für eine Ausweitung der Öffnungszeiten als auch für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags nicht von der Hand zu weisende Argumente gab, sowie, dass der Verbraucher vieles selbst in der Hand habe, indem er sein Konsum- und Kaufverhalten überdenken müsse und nicht allein darauf abstellen sollte, wo er was am günstigsten einkaufen könne. Indem der Verbraucher die Ausweitung der Ladungsöffnungszeiten annehme, stärke er auch den Ruf den Einzelhandels nach immer mehr Lockerungen in dieser Hinsicht. Es wurde aber auch deutlich, dass Gewerkschaften, Einzelhandel und Kommunen mehr miteinander kommunizieren müssen und auch auf politischer Ebene nach einer für beide Seiten tragbaren Lösung gesucht werden müsse.

Text und Bilder: Monika Südbeck-Hörmeyer

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